Focke Strangmann

Bahnstrecke Wittingen-Celle: Landespolitiker strebt Personenverkehr an

VON HOLGER BODEN

Freitag, 29. Januar 2021, Isenhagener Kreisblatt / LOKALES

Wittingen – Für die Bahnstrecke Wittingen-Celle drohte zuletzt das schleichende Ende – steht die Trasse aber nun vielleicht vor einem neuen Anfang? Aus der Herzogstadt kommt eine politische Initiative, die darauf abzielt, dass irgendwann sogar wieder Personenzüge auf den derzeitigen OHE-Gleisen rollen.

Der Celler Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann (CDU) will die Region hinter diesem Ziel vereinen. In Abwesenheit eines christdemokratischen Parlamentariers für den Gifhorner Nordkreis betreut der Eicklinger für seine Partei derzeit in Hannover auch das Isenhagener Land.

Im Dezember hat Schepelmann ein Schreiben an die Anrainer-Kommunen der Strecke Wittingen-Celle auf den Weg gebracht, dazu auch an die Gemeinden an den Trassen Celle-Muster und Celle-Soltau. Er ruft die Bürgermeister darin auf, sich geschlossen hinter der Forderung nach einer Reaktivierung der Bahnstrecken zu versammeln.

„Die Idee ist, dass wir zeigen wollen, dass die Region parteiübergreifend dahintersteht“, sagt Schepelmann, für den es um einen dreistufigen Prozess geht. Zunächst müsse die vieldiskutierte niedersächsische Infrastrukturgesellschaft kommen, die die Strecken auffängt: „Da sind wir dran.“ Der zweite Schritt müsse dann sein, den Güterverkehr auf den Trassen zu intensivieren. Im Falle der Strecke Wittingen-Celle gibt es Gütertransporte, die OHE hatte aber stets deutlich gemacht, dass aus den wenigen Fahrten nicht die künftig nötigen Investitionen zu finanzieren sind.

Schritt drei, als Fernziel, ist für Schepelmann die Wiederaufnahme von Personenverkehr: „Das wäre der Traum.“ Der CDU-Mann ist überzeugt, dass das beispielsweise für Pendler, Schüler und Senioren attraktiv wäre, und dass das Paket von Güter- und Personenbeförderung eine Stecke stärkt – wie auch den ländlichen Raum, durch den sie verläuft.

In Schepelmanns Adressatenliste im Nordkreis sind die Stadt Wittingen, die Samtgemeinde Hankensbüttel und die Gemeinde Groß Oesingen. Zum bisherigen Resultat seiner Bemühungen konnte der 34-Jährige gestern noch nichts sagen: „Wir sind da noch in der Abstimmung.“

Dass in die Strecke Wittingen-Celle investiert werden muss, steht für den Landespolitiker außer Frage: „Egal, wer die Strecke besitzt – man muss da Geld reinstecken.“

Dass sich dafür Mittel auftreiben lassen, hält Schepelmann nicht für utopisch: Angesichts der Diskussion über den Klimawandel gebe es das Ziel, den Personenverkehr auf der Schiene bundesweit zu verdoppeln. Das gehe „nicht ohne weitere Reaktivierungen.“ Und die könnten mit bis zu 90 Prozent durch den Bund gefördert werden.

Für die Strecke Wittingen-Celle wäre es nach rund 50 Jahren eine bemerkenswerte Rückkehr zu ihrer einstigen Funktion: Im Mai 1974 wurde der Personenverkehr zwischen Wittingen und Steinhorst eingestellt, im Juni 1976 rollte dann auch zwischen Steinhorst und Celle der letzte Personenzug.

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